11 Reinigung
Verordnung über Getränkeschankanlagen (SchankV)

(1) Getränkeschankanlagen sind nach Bedarf, mindestens jedoch nach Maßgabe der folgenden Vorschriften, zu reinigen.

In dem unbestimmten Rechtsbegriff "nach Bedarf" liegt das wohl größte Missverständnis bezüglich der Anlagenreinigung. Die Formulierung "nach Bedarf" klingt für den Laien schwammig und wird gerne überlesen, doch in Wirklichkeit ist es eine sehr strenge Anforderung. "Bedarf" stellt eine übergeordnete Forderung dar. Bedarf für Reinigung besteht spätestens dann, wenn ersichtlich eine Veränderung des Getränkes stattfindet oder eine Verschmutzung der Anlage bzw. von Bauteilen (Zapfarmatur, Leitungsanschlussteil) erkennbar wird.

Beispiele:

Die Praxis zeigt, dass in vielen Fällen ein Reinigungsbedarf schon vor Erreichen des Mindestzeitabstands von 14 Tagen entsteht. In solchen Fällen ist ein Reinigungsintervall von 1 mal bis mehrmals pro Woche anzustreben. Erfahrungen zeigen, dass kompliziert gestaltete Anlagen mit langen Leitungen sowie bei hohen Umgebungstemperaturen oder langen Schankpausen schneller Verschmutzungen aufweisen, und daher häufiger gereinigt werden sollten. Bei gut gebauten Anlagen und großen Ausschankmengen ohne Pausen kann die l4tägige Reinigung ausreichend sein.

(2) Getränke- und Grundstoffleitungen einschließlich der Zapfarmaturen sind unmittelbar vor der ersten Inbetriebnahme zu reinigen.

(3) Getränkeleitungen einschließlich der Zapfarmaturen sind alle zwei Wochen sowie bei jedem Wechsel der Getränkeart und unmittelbar vor einer Unterbrechung des Betriebs von mehr als einer Woche zu reinigen; der abwechselnd mit Getränk und Luft in Berührung kommende Teil der Zapfarmatur ist täglich einmal zu reinigen.

(4) Grundstoffleitungen sind alle drei Monate sowie bei jedem Wechsel des Grundstoffs und unmittelbar vor einer Unterbrechung des Betriebs von mehr als einer Woche zu reinigen.

(5) Der bewegliche Teil der Hinterdruckgasleitungen ist alle zwölf Monate zu reinigen.

(6) Leitungsanschlußteile sind vor jedem Anschluß sowie unmittelbar nach dem Lösen von dem Getränke- oder Grundstoffbehälter zu reinigen.

(7) Getränke- und Grundstoffbehälter sind unmittelbar vor dem Befüllen zu reinigen, wenn der Betreiber das Befüllen vornimmt.

(8) Auf Getränkeschankanlagen, die dem Ausschank von Heilwässern, Quellwässern oder Tafelwässern dienen, sind die Absätze 3 und 6 nicht anzuwenden.

(9) Für die Reinigung sind Reinigungsmittel zu verwenden, von denen der Hersteller bescheinigt hat, daß sie den lebensmittelrechtlichen Anforderungen entsprechen.

 

Die gesamte Verordnung über Getränkeschankanlagen (SchankV) findet sich unter:

http://www.wedebruch.de/gesetze/bundalt/schankv.htm